Unser Bürger-Schützen-Verein ist aus der alten Bürgerwehr hervorgegangen, die aufgestellt wurde, als Wesel im 13.Jahrhundert befestigte Stadt wurde. Wesel erhielt die Stadtrechte 1241 von ihrem Landesherrn, dem Herzog von Kleve, dem die Bürgerwehr mehrmals hilfreich zur Seite stand bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Auch unter preußischer Oberherrschaft, als Wesel zur Festung ausgebaut wurde, hat die Bürgerwehr - von der Militärverwaltung beauftragt - viele Aufgaben übernommen und oft den Wachdienst bei Abwesenheit der Garnison übernommen.

 Nach den Befreiungskriegen, als im preußischen Brückenkopf Wesel ein stehendes Heer der Garnison stand, erübrigte sich eine Bürgerwehr und so wurde sie 1844 aufgelöst. Ein Jahr später - im Juli 1845 - gründeten zwölf Weseler Männer den Bürger-Schützen-Verein. Der Festungskommandant - Generalmajor von Grabowski - erlaubte auf dem kleinen Exerzierplatz in den Lippewiesen ein Festzelt aufzubauen, wie überhaupt die Verbindung des jungen Vereins zur Garnison bemerkenswert gut war. Bereits im Jahre 1846 marschierten 7 Züge in einem grünen Rock  auf, während ein Zug den Frack als Uniform trug. Doch nach einigen Änderungen glich sich unsere Uniform der preußischen Armee an.

 Der grüne Waffenrock mit schwarzer Hose der Jäger- und Schützenbataillone, wurde zum Vorbild - bis heute. Genauso wie die Rangabzeichen und die Seitenwaffen, wie Degen und Hirschfänger, dieser Jägertruppe übernommen und bis heute erhalten geblieben sind. Die Mitgliederzahl stieg nach der Gründung schnell an, so dass bereits vier Jahre später Grundstücke gekauft wurden, wo ein Schützengarten, Paradewiese und ein Schützenhaus entstehen sollte. Dort steht heute die Niederrheinhalle.  Durch königliche Kabinettsorder wurde der Bau bereits 1850 genehmigt und 1852 begonnen.

Im Juli 1858 übernahm der Prinz Carl von Preußen das Protektorat über unseren Verein, nachdem er am 21.Juni eine Parade des Schützenbataillons abgenommen hatte. In Folge übernahmen danach die Hohenzollernprinzen Friedrich Carl und Friedrich Leopold von Preußen das Protektorat bis 1919. Die Schützenfeste wurden immer glanzvoller gefeiert und wurden zum gesellschaflichen Ereignis des Jahres. Auch der Zuspruch der Bevölkerung war gewachsen; so wurden 1874 zur Nachfeier 1.500 Fremdenkarten verkauft. Ebenso besuchten immer wieder Prominente des öffentlichen Lebens unsere Feste. Angefangen mit dem Hohenzollern-Prinzen Carl von Preußen waren die jeweiligen Regierungspräsidenten, Landräte und Bürgermeister regelmäßige Ehrengäste.

Die guten Verbindungen zur Weseler Garnison brachten es mit sich, dass die Festungskommandanten - an der Spitze die Regimentskommandeure mit ihren Adjutanten - regelmäßig zu Pferd die Parade  abnahmen. So auch der Finanzminister und spätere Oberpräsident Freiherr von Rheinbaben, der den Bau - der nach ihm benannten - Rheinbrücke gefördert hatte. Nach dem letzten Krieg war es Bundesfinanzminister Franz Etzel - der spätere Vizepräsident der Montanunion - der maßgeblich am Wiederaufbau des zerstörten Schützenhauses der Niederrheinhalle als Mehrzweckhalle beteiligt war. Beide Ehrengäste haben viele Schützenfeste miterlebt und wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Höhepunkte in den letzten Jahren waren auch die Besuche bei den Bundespräsidenten Carl Carstens(1980) und Richard von Weizsäcker (1993). Wie schon 1868 der Schütze Lichterfeld stellvertretend für den Kaiser Wilhelm 1. den Reichsapfel mit dem ersten Schuss abgeschossen hatte, war 1893 der Reiter Bernegau für Kaiser Wilhelm 2. erfolgreich. Nach dem ersten Weltkrieg 1933 erzielte der Reiter Friedel Wilson für den Reichspräsidenten von Hindenburg den Vogelpreis. Dem Schützen Jürgen Behrend war im Jahr 1980 für den Bundesprsidenten Carl Carstens der Meisterschuß gelungen und 1993 erzielte der Schütze Conni Reinhard für den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker den Reichsapfel.

Die beiden letzten erfolgreichen Schützen wurden in Bonn von den Bundespräsidenten empfangen in Begleitung der Einheitsführer und dem Vereinsvorstand.

Vor drei Jahren sagte unser derzeitiger Präsident Hans-Günther Egerlandt :"Wir wollen und werden nicht in Schönheit sterben!" Somit haben wir die Festfolge dem neuen Freizeitverhalten angepasst. Das bedeutet im Bewusstsein unserer Traditions- und Brauchtumspflege stehen wir mit beiden Beinen in der Gegenwart und vertrauen auf die im Verein ruhende Lebenskraft, die den Verein immer bewogen hat, sich nach schwierigen Zeiten aus den Trümmern zu erheben, wie nach den beiden Weltkriegen mit jeweils langen Pausen und verheerenden Folgen.

Immer wieder fanden und werden sich Kameraden finden, die im Sinne der Tradition die Zukunft gestalten werden nach unserem Motto:

Ordnung, Einigkeit und Frohsinn


 

 

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